Seit dem 13. März 2026 nutze ich die Einhell Professional GP-LS 18/35 Li BL-Solo bei uns im Garten, vor allem beim Rückschnitt unseres Kirschbaums. Normalerweise finde ich bei einem Werkzeug nach einigen Monaten zumindest ein paar Dinge, die mich stören – bei dieser Astschere fällt mir das erstaunlich schwer.

Transparenzhinweis: Die Astschere wurde selbst gekauft. Die genannten Erfahrungen, der beschriebene Praxistest an einem dickeren Ast und der Sicherheitshinweis stammen aus eigener Nutzung und sind keine Herstellerangaben. Technische Daten wie Schnittkapazität, Gewicht und Arbeitshöhe stammen von Einhell.

Auf einen Blick

Im Einsatz seit
13. März 2026
Eigener Praxistest an dickerem Ast
durchtrennt nach 3–4 Schneidbewegungen statt einem Schnitt
3,0-Ah-Akku (Power X-Change)
bei eigener Nutzung bislang nie leer geworden
Zweite Schnittbreite (25 mm)
im eigenen Alltag kaum genutzt
Eigener Unfall
Schnittverletzung durch eigene Unachtsamkeit, kein Gerätefehler
Wieder kaufen
ja

Diese Angaben beruhen auf meiner eigenen Nutzung, nicht auf einer standardisierten Testmethode.

Die komplette Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo mit ausgeklapptem Schaft, Schutzabdeckung am Schneidkopf und eingesetztem Power-X-Change-Akku

Warum ich überhaupt eine elektrische Astschere wollte

Vor der Einhell hatte ich für stärkere Äste verschiedene Lösungen ausprobiert.

Eine klassische Gardena Astschere funktioniert grundsätzlich gut. Bei stärkeren Ästen muss ich allerdings ordentlich Kraft aufbringen und brauche beide Hände. Gerade wenn ich höher gelegene Äste schneiden möchte, ist das unpraktisch. Ich möchte einen sicheren Stand haben und nicht gleichzeitig mit beiden Armen über mir an einer Astschere arbeiten müssen.

Eine verlängerte Gartensäge von Gardena habe ich ebenfalls verwendet. Damit komme ich zwar an höhere Äste heran, bei frischem Holz hatte ich aber immer wieder Schwierigkeiten. Das feuchte Holz setzt die Säge zu beziehungsweise lässt sie beim Sägen klemmen. Einen dickeren frischen Ast sauber durchzusägen, war dadurch teilweise erstaunlich mühsam.

Dann hatte ich mir noch eine kleine Akku-Handkettensäge von meinem Bruder ausgeliehen. Die hat natürlich ordentlich Schnittkraft. Mir fehlt dabei aber die zusätzliche Reichweite. Außerdem fühle ich mich persönlich mit einer laufenden Kette direkt an der Hand und einem Ast unmittelbar vor beziehungsweise über mir weniger wohl.

Genau zwischen diesen Werkzeugen sitzt für mich die Einhell Astschere.

Die feste Verlängerung ist für mich ein großer Vorteil

Einer der wichtigsten Punkte ist überraschenderweise etwas, das auf dem Datenblatt zunächst gar nicht spektakulär klingt: Die Einhell hat einen festen Schaft und keinen Teleskopmechanismus. Und genau das gefällt mir.

Bei langen Teleskopwerkzeugen habe ich häufig das Gefühl, dass die Konstruktion mit zunehmender Länge instabiler und schwieriger zu kontrollieren wird. Besonders bei motorisierten Geräten kommt noch das Gewicht hinzu. Die Einhell fühlt sich dagegen massiv und stabil an. Für mich erweitert sie die Reichweite um ungefähr 80 Zentimeter. Dadurch erreiche ich Äste, an die ich mit einer normalen Astschere überhaupt nicht herankommen würde. Dabei kann ich die Schere mit einer Hand bedienen – für mich einer der größten Vorteile des gesamten Geräts.

Das Gewicht ist vor allem von der Arbeitsposition abhängig

Natürlich ist eine lange Akku-Astschere kein Leichtgewicht. Interessanterweise empfinde ich das Gewicht beim normalen Arbeiten aber kaum als Problem.

Halte ich die Schere relativ senkrecht und arbeite über mir, lässt sie sich für mich gut kontrollieren. In dieser Position empfinde ich sie nicht als besonders schwer. Anders sieht es aus, wenn ich sie waagerecht mit ausgestrecktem Arm nach vorne halte – dann merkt man das Gewicht deutlich und die Arbeit wird anstrengender. In meinem normalen Einsatz ist das allerdings selten ein echtes Problem, weil ich entweder relativ senkrecht über mir arbeite oder das Gerät entsprechend führen kann.

Die Äste gehen teilweise durch wie Butter

Nahaufnahme der geöffneten Bypass-Klinge am Schneidkopf der Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo

Was mich an der Schere am meisten begeistert, ist die eigentliche Schnittleistung. Bei normalen Ästen bekomme ich sehr glatte und saubere Schnittflächen. Ich habe kein Ausreißen festgestellt, und das Holz wird nach meiner bisherigen Erfahrung auch nicht unschön zerquetscht. Bei dünneren Ästen geht die Klinge für mein Empfinden praktisch durch wie Butter.

Gerade wenn mehrere Äste zurückgeschnitten werden müssen, verändert das die Arbeit enorm. Statt eine mechanische Schere mit beiden Händen zusammenzudrücken, setze ich die Einhell am Ast an und betätige den Griff. Das macht die Arbeit nicht nur einfacher, man schafft auch erstaunlich viel in kurzer Zeit – die einzige Gefahr dabei: Plötzlich macht der Baumschnitt ziemlich viel Spaß, und man entdeckt noch einen Ast und noch einen und noch einen.

Was passiert bei richtig dicken Ästen?

Schneidkopf der Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo beim Ansetzen an einem dickeren, flechtenbewachsenen Ast im Kirschbaum

Hier habe ich die Schere an unserem Kirschbaum durchaus gefordert. Laut Produktangabe ist die GP-LS 18/35 Li BL-Solo für Äste bis 35 mm vorgesehen. Bei einem deutlich dickeren Ast habe ich ausprobiert, wie sich die Schere verhält.

Abgeschnittener, dickerer Ast mit Zollstock zur Größeneinordnung, Durchmesser rund 4 bis 5 Zentimeter

Mit einem einzigen Schnitt ging dieser Ast nicht durch. Durch drei oder vier Schneidbewegungen konnte ich mich aber Stück für Stück durch das Holz arbeiten und den Ast schließlich vollständig durchtrennen. Das ist ausdrücklich keine Empfehlung, die angegebene maximale Schnittstärke zu überschreiten – für mich war es ein Praxistest, und ich war überrascht, was die Schere tatsächlich schafft. Bei einem etwas dünneren Ast am gleichen Baum genügte dagegen ein einziger Schnitt.

Genau hier sehe ich einen großen Unterschied zu meiner früheren Handschere: Bei solchen Dimensionen hätte ich teilweise schlicht keine Chance gehabt.

Meine eigene Erfahrung deckt sich dabei mit einem unabhängigen Praxistest von Galaxus: Dort wurden sowohl frisches als auch trockenes Holz bis 35 mm sauber durchtrennt, im Test sogar Äste knapp unter 40 mm. Bei mehr als 40 mm blieb die Klinge im Test zunächst im Holz stecken. Für die Kaufentscheidung würde ich trotzdem immer mit den offiziell angegebenen 35 mm rechnen.

Zwei Schnittbreiten gibt es, ich brauche sie aber kaum

Bedienfeld der Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo mit Ein/Standby/Aus-Schalter und Anzeige für 25-mm- und 35-mm-Schnittbreite

Die Einhell bietet zwei einstellbare Öffnungsweiten der Klinge. In der Theorie kann die kleinere Öffnung bei vielen dünnen Ästen sinnvoll sein, weil die Klinge einen kürzeren Weg zurücklegen muss. In meiner Praxis spielt diese Funktion allerdings kaum eine Rolle: Ich lasse die Schere meistens weit geöffnet. Einen für mich relevanten Geschwindigkeitsvorteil durch die kleinere Öffnung konnte ich nicht feststellen, und mit der großen Öffnung kann ich außerdem gut an den Ast herangehen und direkt schneiden. Für mich ist die zweite Schnittbreite deshalb eher eine vorhandene Zusatzfunktion als ein Kaufargument.

Der Haken ist viel praktischer, als ich zunächst gedacht hätte

Schneidkopf der Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo mit Metallhaken zum Herunterziehen abgeschnittener Äste

Am Schneidkopf befindet sich ein Haken, und den benutze ich tatsächlich. Gerade bei unserem Kirschbaum passiert es regelmäßig, dass ein abgeschnittener Ast nicht herunterfällt, sondern sich weiter oben in der Baumkrone verhakt. Mit der Hand komme ich dort nicht hin. Dann positioniere ich die Astschere entsprechend, hake den abgeschnittenen Ast ein und ziehe ihn aus dem Baum.

Hier zahlt sich der stabile Schaft gleich noch einmal aus: Ich habe nicht das Gefühl, mit einer wackeligen Teleskopkonstruktion an einem Ast zu ziehen. Für meinen Garten ist der Haken deshalb ein echtes Arbeitswerkzeug und keine Spielerei.

Den 3,0-Ah-Akku habe ich noch nicht leer bekommen

Griffende der Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo mit eingesetztem Power-X-Change-Akku

Ich verwende die Astschere unter anderem mit einem 18-V-Power-X-Change-Akku mit 3,0 Ah. Seit März habe ich es beim Arbeiten mit der Astschere noch nicht geschafft, diesen Akku leer zu bekommen. Eine konkrete Anzahl möglicher Schnitte kann und möchte ich daraus nicht ableiten – dafür habe ich keinen standardisierten Laufzeittest durchgeführt.

Der Unterschied zu anderen Einhell-Geräten in meinem Garten ist aber auffällig: Beim Rasenmäher oder Rasentrimmer bekomme ich einen Akku durchaus leer, dort läuft der Motor allerdings auch über längere Zeit kontinuierlich. Bei der Astschere wird die Energie dagegen nur für die einzelnen Schneidvorgänge benötigt. Subjektiv fühlt sich die Akkulaufzeit deshalb nahezu endlos an – für meine bisherigen Garteneinsätze war die Akkukapazität jedenfalls noch nie der begrenzende Faktor.

Ein Sicherheitspunkt aus eigener Erfahrung

Bei aller Begeisterung darf man eines nicht vergessen: Das hier ist kein Spielzeug. Die Klingen sind sehr scharf, und die Schere entwickelt enorme Kraft.

Ich habe das selbst auf unangenehme Weise gemerkt. Beim Arbeiten wollte ich mit der Hand einen Ast wegziehen und bin dabei unachtsam an die Klinge gekommen – dabei habe ich mich geschnitten. Das war kein Fehler der Astschere, sondern mein eigener Bedienfehler. Seitdem achte ich entsprechend stärker darauf, wo sich meine Hände befinden.

Gerade weil die elektrische Schere so mühelos durch Holz schneidet, sollte man ihre Kraft nicht unterschätzen. Hände und andere Körperteile haben am Schneidkopf nichts verloren, und Kinder sollten selbstverständlich keinen Zugriff auf das Gerät haben. Eine Schutzabdeckung für den Schneidkopf ist vorhanden. Ich selbst verwende sie beim Verstauen allerdings nicht immer – die Klingen lassen sich schließen, und so stelle ich die Astschere häufig in den Schrank.

Gibt es nach einem halben Jahr Nachteile?

Ich habe tatsächlich überlegt, welchen echten Kritikpunkt ich hier nennen könnte. Mir fällt derzeit keiner ein, der mich bei der Benutzung relevant stört.

Das Gewicht ist beim waagerechten Arbeiten mit ausgestrecktem Arm spürbar. Das liegt für mich aber in der Natur eines solchen langen Werkzeugs und hat mich beim normalen Baumschnitt bislang nicht ernsthaft eingeschränkt. Die zweite Schnittbreite nutze ich kaum – das ist allerdings kein Nachteil, sondern lediglich eine Funktion, die für meine Arbeitsweise wenig Bedeutung hat. Ansonsten macht die Astschere nach rund einem halben Jahr genau das, was ich von ihr möchte.

Mein Fazit zur Einhell GP-LS 18/35 Li BL-Solo

Für meinen Garten hat sich die Einhell Professional GP-LS 18/35 Li BL-Solo als erstaunlich gute Lösung herausgestellt. Sie kombiniert genau die Eigenschaften, die mir bei meinen bisherigen Werkzeugen gefehlt haben: zusätzliche Reichweite, einen stabilen Schaft, einhändige Bedienung und sehr viel Schnittkraft. Besonders beim Kirschbaum möchte ich nicht mehr zurück zur Kombination aus großer Handschere und verlängerter Gartensäge.

Dazu kommen die sauberen Schnitte, der praktische Haken zum Herunterziehen abgeschnittener Äste und eine Akkulaufzeit, die für mich bislang überhaupt kein Thema war. Ich würde die Astschere definitiv wieder kaufen.

Wer eher gelegentlich dünnere Zweige schneidet, für den lohnt sich möglicherweise eine einfachere, handgeführte Lösung – eine Einordnung dazu findest du in Klappbare Gartenschere: Worauf es bei der Ergonomie ankommt.