Die Wurkkos HD04 Mini ist eine sehr kompakte EDC-Taschenlampe mit drehbarem Kopf, die Spotlight, Flood-Licht und RGB in einem Gehäuse kombiniert. Dieser Artikel fasst zusammen, was der Hersteller angibt – und stellt dem gegenüber, was zwei unabhängige Tests tatsächlich gemessen haben.

Recherche-Hinweis: EinfachGadgets hat dieses Produkt bislang nicht selbst getestet. Die Einordnung basiert auf Herstellerangaben (Wurkkos-Produktseite) sowie den unabhängigen Tests von ZeroAir Reviews und BudgetLightForum, die beide in den Quellen dieses Artikels verlinkt sind.

Was ist die HD04?

Die HD04 ist eine Mini-Taschenlampe aus dem EDC-Sortiment von Wurkkos mit einem drehbaren Kopf, Clip und Magnet. Sie wiegt laut Hersteller 56 Gramm und richtet sich an Nutzer, die eine sehr kompakte, vielseitig befestigbare Lichtquelle für den Alltag, Camping oder Notfallsituationen suchen.

Licht: Spot, Flood und RGB im Vergleich

Laut Hersteller bietet die HD04 drei Lichtmodi: ein fokussiertes weißes Spotlight (SST20-LED, 6000 K), ein hochwertiges Flood-Licht mit warmweißer Farbtemperatur (SST20-LED, 4000 K, laut Hersteller CRI ≥90) sowie einen RGB-Modus für Signalisierung oder Stimmungslicht. Als Spitzenleistung nennt der Hersteller 750 Lumen sowie eine Leuchtweite von 120 Metern. Wie ein solcher Lumen-Wert grundsätzlich einzuordnen ist, zeigt wie sich Lumen einordnen lässt.

Messwerte im unabhängigen Test: zwei Reviewer, unterschiedliche Zahlen

Zwei unabhängige Tests haben die HD04 bereits vermessen – mit teils deutlich unterschiedlichen Ergebnissen, die hier bewusst beide genannt werden, statt sich auf eine Zahl festzulegen:

  • ZeroAir Reviews maß im Spot-Turbo-Modus 664 Lumen direkt nach dem Einschalten und noch 627 Lumen nach 30 Sekunden (rund 84 % der Herstellerangabe von 750 Lumen). Nach 1,5 Minuten lag die Leistung noch bei etwa 600 Lumen. Die berechnete Leuchtweite lag bei 139,5 Metern und damit über der Herstellerangabe von 120 Metern.
  • BudgetLightForum maß mit einer 30-cm-Ulbrichtkugel im Spot-Turbo-Modus bis zu 800 Lumen – mehr als die Herstellerangabe von 750 Lumen – sowie eine Lichtstärke von 5.300 Candela. Im Flood-Modus wurden bis zu 650 Lumen gemessen, bei einer laut BudgetLightForum vom Hersteller genannten Spezifikation von 450 Lumen für diesen Modus. Aus einer Candela-Angabe wie den gemessenen 5.300 cd lässt sich nach der ANSI/PLATO-FL1-Norm eine theoretische Reichweite ableiten – Reichweite selbst berechnen.

Die Abweichungen zwischen beiden Tests sind typisch für unterschiedliche Messaufbauten und Kalibrierungen und werden hier deshalb nebeneinander statt vermischt dargestellt. Beide Tests stimmen aber darin überein, dass die HD04 die Herstellerangaben zur Helligkeit in der Praxis eher übertrifft als unterschreitet.

Zur Farbwiedergabe hat BudgetLightForum zusätzlich CRI-Werte gemessen: Im Flood-Modus lag der CRI bei 96,5 bis 97,9 – ein sehr hoher Wert. Im Spot-Modus wurden dagegen nur 66,5 bis 71,5 gemessen, deutlich niedriger als im Flood-Modus.

Akku und Laden

Einen genauen Akkuwert nennt Wurkkos auf der eigenen Produktseite nicht. ZeroAir Reviews gibt für die HD04 einen fest verbauten 600-mAh-LiPo-Akku an, der nicht wechselbar ist. Geladen wird über USB-C; ZeroAir maß dafür eine Ladezeit von rund 80 Minuten bis zur vollen Ladung.

Kopf-Mechanik, Clip und Magnet

Der Kopf der HD04 lässt sich laut Hersteller um 95 Grad neigen und um 180 Grad drehen, wodurch sich das Licht ohne Umgreifen der Lampe ausrichten lässt. Zusätzlich verfügt die HD04 über einen Clip sowie einen Magneten für freihändige Befestigung. BudgetLightForum merkt dazu an, dass sich der Kopf beim eigenen Testgerät bei normaler Handhabung recht leicht mitdreht, sich über die Testdauer aber nicht weiter gelockert hat; ein Forumsnutzer berichtete dort zusätzlich von einem zu locker gewordenen Kopf bei seinem eigenen Exemplar, der ausgetauscht wurde. Das ist ein Einzelbericht aus der Community und keine systematisch geprüfte Fehlerquote.

IPX6 richtig einordnen

Wurkkos gibt für die HD04 die Schutzklasse IPX6 an. Das „X“ an zweiter Stelle bedeutet, dass für den Staubschutz keine Prüfung vorliegt bzw. keine Angabe gemacht wird; die „6“ steht für Schutz gegen starkes Strahlwasser aus jeder Richtung. Das ist etwas anderes als „wasserdicht“ im Sinne von dauerhaftem Untertauchen – mehr zur Einordnung von IP-Schutzklassen allgemein in unserem IPX-Schutzklassen erklärt. Wie sich IPX6 konkret von der oft als “mehr” wahrgenommenen Schutzart IPX8 unterscheidet, erklärt IPX6 oder IPX8: Was ist besser?.

Kritikpunkte aus den Tests

Neben den positiven Messwerten nennen beide Tests auch konkrete Kritikpunkte:

  • Der nicht wechselbare 600-mAh-Akku laut ZeroAir Reviews
  • Gegenüberliegend angeordnete Bedientasten, die laut ZeroAir Reviews kein einhändiges „Zusammendrücken“ zum Einschalten erlauben
  • Eine laut BudgetLightForum „überladene“ Menüführung ohne direkten Shortcut für den niedrigsten Weißlicht-Modus
  • Laut BudgetLightForum erreichen die Bedientasten im Betrieb Temperaturen von über 50 °C, was spürbar warm wird

Was uns ohne eigenen Test noch nicht möglich ist

Folgende Punkte lassen sich anhand von Herstellerangaben und den beiden vorliegenden Fremd-Tests allein nicht abschließend beurteilen und bleiben deshalb offen:

  • Langzeitverhalten des Akkus über viele Ladezyklen
  • tatsächliche Magnetkraft im eigenen Praxiseinsatz
  • Verarbeitungsstreuung zwischen einzelnen Exemplaren (siehe Hinweis zum Kopf-Widerstand oben)
  • reale Nutzung der RGB-Funktion im eigenen Camp-Alltag

Datenstand: 01.09.2026. Preise sind Momentaufnahmen und werden hier bewusst nicht genannt.