Wer eine SKÅDIS-Lochplatte besitzt, stößt irgendwann an die Grenzen des regulären IKEA-Zubehörs – für ein bestimmtes Werkzeug, ein Kabel oder ein Gerät gibt es oft keinen passenden Haken von der Stange. Der 3D-Drucker schließt genau diese Lücke. Dieser Artikel ist dafür gedacht, von der konkreten Frage „was brauche ich?” zum passenden Weg zu führen, statt nur eine Liste beliebiger STL-Dateien aufzuzählen.

Markenhinweis: EinfachGadgets steht in keiner Verbindung zu IKEA. Dieser Artikel beschreibt unabhängige, von der Community und von Drittanbietern entwickelte Erweiterungen für ein bestehendes IKEA-Produkt – keine offizielle Kooperation, Lizenzierung oder Freigabe durch IKEA.

Warum SKÅDIS für 3D-Druck interessant ist

IKEA verkauft SKÅDIS als modulares Lochplatten-Ordnungssystem, offiziell in mehreren Größen (u. a. 36×56, 56×56 und 76×56 cm). Das reguläre Zubehör deckt gängige Fälle ab – Haken, kleine Behälter, Ablagen. Für speziellere Anforderungen, individuelle Werkzeuge oder eigene Elektronikprojekte reicht das aber oft nicht. Genau hier setzt 3D-Druck an: Statt auf ein passendes Fertigprodukt zu warten, lässt sich ein Halter für das genau vorhandene Werkzeug oder Gerät konstruieren oder aus einem bestehenden Modell ableiten.

Welche Teile lohnen sich?

Statt einer zufälligen Liste beliebter STL-Dateien lohnt sich der Blick nach Anwendungsbereich – das grenzt die Suche auf der jeweiligen Modellplattform deutlich ein:

Werkzeug: Bit-Halter, Schraubendreherhalter, Zangenhalter, Halterungen für Messwerkzeug.

Elektronik: Kabelhalter, USB-/SD-Karten-Aufbewahrung, Adapter-Ablagen, Halterungen für kleine Elektronikteile.

Schreibtisch: Stifteköcher, Kopfhörerhalter, Smartphone-Ablagen, kleine Sortierfächer.

Maker/3D-Druck: Halter für Düsen, Werkzeuge oder einen Messschieber. Ein Druckplattenhalter kann sinnvoll sein, sollte aber nur gedruckt werden, wenn Konstruktion und Belastbarkeit für das tatsächliche Gewicht der eigenen Druckplatte plausibel sind.

Hobby: Pinsel- und Farbhalter, Ablagen für Bastelmaterial. Ein konkretes, selbst nachvollziehbares Beispiel dafür liefert der Addis Techblog: Der Autor beschreibt dort eigene, für Citadel- und Army-Painter-Farbtöpfe sowie Pinsel konstruierte SKÅDIS-Halter aus eigener Praxis. Das ist ein einzelner Erfahrungsbericht, keine technische Spezifikation oder allgemeingültige Empfehlung.

Für keine dieser Kategorien werden hier konkrete Modelle als geprüfte Empfehlung verlinkt – warum, erklärt der folgende Abschnitt.

Fertige STL-/3MF-Modelle finden

Printables und MakerWorld sind die bekanntesten Anlaufstellen für fertige SKÅDIS-Modelle. Bei der Recherche zu diesem Artikel ließen sich einzelne Modellseiten auf beiden Plattformen allerdings nicht direkt aufrufen (eine bereits von früheren EinfachGadgets-Recherchen bekannte technische Zugriffsbeschränkung). Deshalb werden hier bewusst keine einzelnen Modelle als geprüfte Empfehlung verlinkt – nur Suchtreffer ohne eigene Ansicht der Modellseite zu übernehmen, würde der eigenen Vorgabe widersprechen, Modelle tatsächlich zu prüfen, bevor sie empfohlen werden.

Bei der eigenen Suche auf Printables oder MakerWorld lohnt sich vor dem Druck die Prüfung folgender Punkte direkt auf der jeweiligen Modellseite:

  • Lizenz: Was ist erlaubt – private Nutzung, Veränderung, kommerzielle Nutzung?
  • Version: Gibt es neuere, überarbeitete Fassungen desselben Modells?
  • Beschreibung: Für welche SKÅDIS-Größe oder -Variante wurde das Modell konstruiert?
  • Fotos: Zeigen die Bilder das Modell tatsächlich montiert auf einer SKÅDIS-Platte?
  • Nutzerfeedback: Berichten andere von Problemen bei Passung oder Haltbarkeit?
  • SKÅDIS-Kompatibilität: Nennt die Beschreibung ausdrücklich SKÅDIS, oder ist es ein allgemeines Lochplatten-System?
  • Benötigte Zusatzteile: Werden Schrauben, Einpressmuttern oder anderes nicht gedrucktes Material vorausgesetzt?
  • Druckorientierung: Gibt das Modell eine empfohlene Ausrichtung beim Druck vor?
  • Support: Ist Stützmaterial nötig, und falls ja, wo?
  • Materialempfehlung: Nennt die Beschreibung ein bestimmtes Filament oder einen Infill-Wert?

SKÅPA: Modelle direkt im Browser generieren

SKÅPA (Quellcode auf GitHub) beschreibt sich selbst wörtlich als „a tool that generates 3d models compatible with IKEA’s SKÅDIS pegboards. The models can be customized and downloaded, and are meant to be then sliced and 3D printed.” Ausdrücklich dazu: „SKÅPA is a passion project, not a commercial product of any kind” – es handelt sich also um ein privates, kostenloses Projekt, nicht um ein kommerzielles Angebot.

Technisch läuft SKÅPA als Web-App direkt im Browser (keine Installation nötig) und exportiert die generierten Modelle als 3MF-Datei, bereit zum Slicen. Parameter wie Breite, Tiefe und Höhe lassen sich dabei anpassen. Zum aktuellen Pflegestand des Projekts lässt sich keine verlässliche Aussage treffen – ein zugehöriger Blogbeitrag des Entwicklers stammt vom März 2025, ein expliziter Hinweis auf fortlaufende Weiterentwicklung fehlt auf der Projektseite selbst.

Ein Generator wie SKÅPA ist dann sinnvoller als die Suche nach einem fertigen Modell, wenn genau die benötigte Größe oder Form nicht als fertiges STL existiert – etwa ein Behälter mit einer sehr spezifischen Breite oder Tiefe, die kein Community-Modell exakt trifft.

Eigene Halter konstruieren

Wer über einen Generator hinaus volle Kontrolle über die Form braucht, kann einen SKÅDIS-Halter auch komplett selbst konstruieren. Eine Zwischenlösung zwischen fertigem Modell und eigener Konstruktion „from scratch” ist der kostenpflichtige „Skadis Generator” von Springcraft für Autodesk Fusion (4,99 $ laut Produktseite). Laut eigener Produktbeschreibung erzeugt das Add-in drei Dinge: SKÅDIS-kompatible Einhänge-Haken, passende Aufnahmelöcher, die sich in ein eigenes Design einschneiden lassen, sowie automatisch erzeugte Hohlräume dahinter, damit die Haken dort einrasten können. Als technische Eckdaten nennt die Produktseite einen 40-mm-Rasterabstand zwischen den Hauptspalten/-reihen, einen horizontal wie vertikal um 20 mm versetzten Lochabstand, 5×15-mm-Schlitze sowie eine Plattenstärke von rund 5 mm.

Die Entscheidung zwischen den drei Wegen lässt sich so zusammenfassen:

  • Fertiges Modell: am schnellsten, wenn ein passendes bereits existiert und geprüft wurde.
  • Generator (SKÅPA oder Autodesk-Add-in): sinnvoll bei einer speziellen Größe oder Form, für die kein fertiges Modell passt, aber noch keine freie Konstruktion nötig ist.
  • Eigene CAD-Konstruktion: nötig, wenn die Form über reine Haken, Löcher oder einfache Behälter hinausgeht und wirklich individuell sein muss.

Material und Druck

Für viele leichte Innenraumanwendungen kommt PLA als Material infrage. Bei höheren Anforderungen – etwa stärkerer mechanischer Belastung, Wärme in Herdnähe oder häufigem Ein- und Aushängen – kann PETG die passendere Alternative sein. Eine pauschale Empfehlung für „das richtige Material” gibt es nicht: Die tatsächliche Belastbarkeit eines gedruckten Teils hängt unter anderem von Geometrie, Material, Layerorientierung, Wandstärke, Infill, Druckqualität und der Richtung ab, aus der die Last tatsächlich wirkt. Pauschale Kilogramm-Angaben für „was ein SKÅDIS-Haken trägt” werden hier deshalb bewusst nicht genannt – sie hängen vom konkreten Modell und Druck ab, nicht vom Material allein.

Was sollte man nicht einfach drucken?

Sicherheitskritische Halterungen – etwa für schwere Werkzeuge über Kopfhöhe oder für Gegenstände, bei denen ein Absturz Personen oder wertvolle Technik gefährden könnte – sollten nicht leichtfertig an eine ungeprüfte Eigenkonstruktion gehängt werden. Schwere oder wertvolle Gegenstände gehören nur an Halterungen, deren Belastbarkeit für genau diesen Zweck nachvollziehbar geprüft ist, nicht an ein beliebig gefundenes Modell. Bei Wärme, Feuchtigkeit oder erhöhter mechanischer Belastung sollten Material und Konstruktion gezielt für diese Bedingungen geprüft werden, statt ein Standardmodell unverändert zu übernehmen.

Häufige Fragen

Wo finde ich SKÅDIS-STL-Dateien?

Auf Modellplattformen wie Printables oder MakerWorld, über die Suche nach „SKÅDIS” oder „Skadis”. Jedes Modell sollte vor dem Druck einzeln auf Lizenz, Beschreibung und Kompatibilität zur eigenen Platte geprüft werden.

Kann man SKÅDIS-Haken selbst drucken?

Ja, dafür gibt es sowohl fertige Modelle auf den genannten Plattformen als auch Generator-Werkzeuge wie SKÅPA oder den Autodesk-Marketplace-Generator, die passende Haken-Geometrien erzeugen.

Welches Filament eignet sich?

PLA kommt für viele leichte Innenraumanwendungen infrage, PETG für höhere Anforderungen etwa bei mechanischer Belastung oder Wärme. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht – das passende Material hängt von Belastung, Geometrie und Umgebung des konkreten Teils ab.

Kann ich eigenes SKÅDIS-Zubehör erstellen?

Ja, auf drei Wegen: ein bestehendes Modell als Ausgangspunkt anpassen, ein Generator-Tool wie SKÅPA oder den Autodesk-Marketplace-Generator nutzen, oder komplett eigenständig mit einem CAD-Programm konstruieren.

Was ist SKÅPA?

Ein kostenloses Open-Source-Projekt (github.com/nmattia/skapa), das laut eigener Beschreibung anpassbare, SKÅDIS-kompatible 3D-Modelle direkt im Browser generiert und als 3MF-Datei zum Drucken bereitstellt. Der Entwickler bezeichnet es selbst als Hobbyprojekt, nicht als kommerzielles Produkt.

Passen alle SKÅDIS-3D-Druckmodelle auf jede Lochplatte?

Nicht garantiert. IKEA verkauft SKÅDIS in mehreren Größen und macht zum eigentlichen Lochraster auf den Produktseiten keine Angabe. Community-Modelle werden meist durch Nachmessen oder Nachbau konstruiert – ob ein bestimmtes Modell auf der eigenen Platte passt, sollte vor dem Druck anhand der Modellangaben geprüft werden.

Darf ich heruntergeladene Modelle verändern?

Das hängt ausschließlich von der Lizenz des jeweiligen Modells ab. Eine pauschale Aussage dazu ist nicht möglich – die konkrete Lizenzangabe auf der jeweiligen Modellseite ist maßgeblich.

Kann ich gedruckte SKÅDIS-Teile verkaufen?

Auch das hängt ausschließlich von der Lizenz des verwendeten Modells ab. Viele Lizenzen auf Modellplattformen schließen eine kommerzielle Nutzung aus oder schränken sie ein – vor einem Verkauf die konkrete Lizenz des jeweiligen Modells prüfen, keine pauschale Annahme treffen.

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Eine breitere Übersicht zu 3D-gedruckten IKEA-Erweiterungen über SKÅDIS hinaus – unter anderem zu ALEX, KALLAX und IKEA 365+ – bietet IKEA Hacks aus dem 3D-Drucker: praktische Ideen und Erweiterungen. Für die grundsätzliche Frage, wann sich ein 3D-gedrucktes Ersatzteil überhaupt lohnt und worauf dabei sicherheitstechnisch zu achten ist, siehe Ersatzteile aus dem 3D-Drucker. Weitere problemorientierte 3D-Druck-Ideen für den Alltag jenseits von IKEA-Produkten sammelt Nützliche 3D-Druck-Ideen.