“IPX8 heißt, das Gerät ist beliebig tief und beliebig lange wasserdicht” – diese Annahme hält sich hartnäckig, ist aber falsch. Einen breiteren Überblick über alle IPX-Schutzklassen gibt IPX4, IPX6 und IPX8: Bedeutung und Unterschiede einfach erklärt – hier geht es gezielt um IPX8 und die Grenzen dieser Schutzklasse.

Was bedeutet IPX8?

IPX8 beschreibt Schutz bei längerem beziehungsweise dauerndem Untertauchen unter Bedingungen, die für das konkrete Produkt festgelegt werden. Die Prüfbedingungen werden laut Norm zwischen Hersteller und Anwender vereinbart beziehungsweise richten sich nach den für das Produkt vorgesehenen Einsatzbedingungen – sie müssen dabei anspruchsvoller sein als die Bedingungen der Schutzart IPX7. Was genau IPX7 als “kleinere” Untertauch-Schutzart bedeutet und wie die verbreitete Kurzfassung “1 Meter, 30 Minuten” einzuordnen ist, erklärt IPX7 wasserdicht: Was bedeutet die Schutzklasse wirklich?.

Warum “beliebig tief und beliebig lange” falsch ist

Der Denkfehler entsteht, weil IPX8 nach der “höchsten” Wasserschutzstufe klingt. Tatsächlich ist IPX8 aber ein Rahmen, den jeder Hersteller für sein eigenes Produkt konkret ausfüllen muss – nicht ein fester, universell geltender Wert. Ein wasserdichtes Gehäuse für eine Actioncam kann für zwei Meter und 30 Minuten ausgelegt sein, ein anderes IPX8-Gerät für eine andere Tiefe und Dauer. Beide tragen zu Recht die Kennzeichnung IPX8, unterscheiden sich aber in der Praxis erheblich.

Deshalb gilt: Eine Aussage wie “IPX8 bedeutet immer zwei Meter für eine Stunde” ist falsch. Bei einem Gerät mit IPX8 sollte immer zusätzlich in der Produktdokumentation stehen, für welche Tiefe und welche Dauer der Hersteller den Schutz tatsächlich zusichert.

Ein Beispiel aus der Praxis: Die Sofirn LT1S wird vom Hersteller mit IPX8 angegeben, dazu nennt er separat eine Stoßfestigkeit bis 1 Meter Falltiefe – eine konkrete Tiefen- oder Zeitangabe speziell für die Wasserschutzart selbst fehlt in den öffentlich zugänglichen Herstellerangaben. Genau das ist der Punkt, um den es in diesem Artikel geht: Die Kennzeichnung “IPX8” allein sagt noch nichts darüber, wie tief oder wie lange ein bestimmtes Gerät tatsächlich untergetaucht sein darf.

Wie tief und wie lange ist IPX8 wasserdicht?

Auf diese häufige Suchfrage gibt es keine einzige, für alle Produkte gültige Zahl. Die Bedingungen müssen für jedes Produkt einzeln definiert werden – ein Hersteller kann für sein Gerät eine bestimmte Wassertiefe und Zeitspanne nennen, während für ein anderes IPX8-Gerät ganz andere Bedingungen gelten. Wer wissen möchte, ob ein bestimmtes Gadget einen Sturz in einen See oder eine längere Zeit im Wasser übersteht, sollte deshalb nicht nur auf die Kennzeichnung “IPX8” achten, sondern gezielt die Herstellerangaben zu Tiefe und Dauer lesen.

Ist IPX8 besser als IPX6?

Nicht in dem Sinn, dass es IPX6 automatisch einschließt. IPX6 und IPX8 prüfen unterschiedliche Belastungen – Strahlwasser auf der einen, Untertauchen auf der anderen Seite. Laut PTB ist nur bis IPX6 generell sichergestellt, dass niedrigere Wasserschutzarten automatisch mit eingehalten werden; ab IPX7 gilt das nicht mehr. Ein IPX8-Gerät hat die separate IPX6-Prüfung deshalb nicht zwangsläufig bestanden. Die Unterschiede im Detail erklärt IPX6 oder IPX8: Was ist besser?.

Kann ich ein IPX8-Gerät zum Schwimmen benutzen?

Aus der Schutzklasse allein lässt sich das nicht ableiten. IPX8 beschreibt, dass das Gehäuse unter den vom Hersteller festgelegten Bedingungen dicht bleibt – es ist keine Aussage über die Eignung für eine bestimmte Aktivität wie Schwimmen, Sporttauchen oder dauerhaften Betrieb unter Wasser. Ob ein Gerät für eine solche Nutzung vorgesehen ist, steht ausschließlich in den Herstellerangaben zum jeweiligen Einsatzzweck.

Was muss ich bei Salzwasser beachten?

Ein Punkt, der bei IPX8 häufig übersehen wird: Die IP-Schutzart bewertet ausschließlich den Schutz des Gehäuses gegen das Eindringen von Wasser. Sie beantwortet keine Fragen zur Korrosionsbeständigkeit oder Materialverträglichkeit bei Kontakt mit Salzwasser. Ein Gerät mit IPX8 ist also nicht automatisch auch für den regelmäßigen Einsatz im Meer freigegeben – ob und unter welchen Bedingungen das der Fall ist, muss gesondert aus der Herstellerdokumentation hervorgehen.

Häufige Fragen zu IPX8

Was bedeutet IPX8?

IPX8 steht für Schutz bei längerem beziehungsweise dauerndem Untertauchen unter Bedingungen, die für das konkrete Produkt festgelegt werden. Die zweite Kennziffer (8) beschreibt den Wasserschutz, die erste Stelle wird bei IPX8 nicht angegeben (X).

Kann IPX8 unter Wasser?

Ja, IPX8-Geräte sind für Untertauchen ausgelegt – allerdings nur unter den vom Hersteller festgelegten Bedingungen, nicht automatisch unter jeder denkbaren Wassertiefe oder -dauer.

Wie tief ist IPX8 wasserdicht?

Das legt die Kennzeichnung IPX8 allein nicht fest. Die maximale Tiefe wird für jedes Produkt einzeln vom Hersteller angegeben und kann sich von Gerät zu Gerät unterscheiden.

Wie lange ist IPX8 wasserdicht?

Auch dafür gibt es keine allgemeingültige Zeitangabe. Die zulässige Dauer wird vom Hersteller für das jeweilige Produkt festgelegt und muss anspruchsvoller sein als die Bedingungen der Schutzart IPX7.

Ist IPX8 besser als IPX6?

Nicht pauschal – beide prüfen unterschiedliche Belastungen. IPX6 betrifft starkes Strahlwasser, IPX8 betrifft Untertauchen. Die Unterschiede erklärt IPX6 vs. IPX8 im Detail.

Kann ich ein IPX8-Gerät zum Schwimmen benutzen?

Das lässt sich aus der Schutzklasse allein nicht ableiten. IPX8 beschreibt den Schutz des Gehäuses beim Untertauchen unter festgelegten Bedingungen, nicht die Eignung für eine bestimmte Aktivität wie Schwimmen. Maßgeblich sind die vom Hersteller ausdrücklich genannten Einsatzgrenzen.

Was muss ich bei Salzwasser beachten?

Die IP-Schutzart bewertet nur den Schutz gegen das Eindringen von Wasser, wie in der Norm geprüft. Sie macht keine Aussage über Korrosionsbeständigkeit oder Materialverträglichkeit bei Salzwasserkontakt. Ob ein Gerät für den Einsatz im Meer geeignet ist, muss deshalb gesondert beim Hersteller geprüft werden.

Weitere Einordnungen rund um IP-Schutzklassen findest du im IPX-Ratgeber sowie in der Kategorie Licht.