Ein USB-Messgerät zwischen Powerbank und Ladekabel zeigt nach dem vollständigen Entladen oft deutlich weniger als die mAh-Zahl, die auf der Powerbank aufgedruckt ist. Zur Größenordnung eine Berechnung, keine eigene Messung: 10.000 mAh bei der internen Zellspannung von 3,7 V entsprechen rechnerisch 37 Wh. Bei einem Wirkungsgrad von 70 bis 90 Prozent (siehe unten) ergeben sich daraus am 5-V-USB-Ausgang rechnerisch rund 5.200 bis 6.700 mAh – eine mAh-Zahl bei 5 V ist dabei nicht direkt mit der internen mAh-Zahl bei 3,7 V vergleichbar, auch wenn beide „mAh” heißen. Das ist normalerweise kein Messfehler und kein Defekt, sondern liegt daran, dass ein USB-Messgerät etwas anderes misst als das, was auf der Verpackung steht.
Was ein USB-Messgerät tatsächlich misst
Ein USB-Messgerät erfasst Spannung und Stromstärke direkt am USB-Ausgang und multipliziert beide Werte über die Zeit – daraus ergibt sich die am Ausgang tatsächlich abgegebene elektrische Energie, meist angezeigt in mAh bezogen auf die USB-Ausgangsspannung (üblicherweise 5 V) oder direkt in Wh. Das ist eine echte Messung: Das Messgerät „sieht” nur das, was tatsächlich durch das Kabel fließt.
Was ein USB-Messgerät nicht misst
Was das Messgerät nicht erfasst, ist die interne Zellkapazität der Powerbank – also wie viel Energie in den Akkuzellen selbst gespeichert ist, bevor sie die interne Elektronik der Powerbank durchläuft. Zwischen der Zelle und dem USB-Ausgang liegt eine Spannungswandlung, bei der laut den im Folgenden genannten Quellen ein Teil der Energie als Wärme verloren geht. Der am Ausgang gemessene Wert ist deshalb grundsätzlich niedriger als die interne Zellkapazität – unabhängig davon, wie genau das Messgerät selbst arbeitet.
Warum die mAh-Angabe auf der Powerbank höher ist
Die auf einer Powerbank aufgedruckte mAh-Zahl bezieht sich auf die interne Zellspannung, bei Lithium-Ionen-/Lithium-Polymer-Zellen meist rund 3,7 V. Der USB-Ausgang liefert dagegen 5 V oder, bei Schnellladestandards, zeitweise mehr. Schon dieser Spannungsunterschied bedeutet: Dieselbe Energiemenge (Wh) entspricht bei 5 V einer kleineren mAh-Zahl als bei 3,7 V. Zusätzlich verbraucht die Wandlungselektronik selbst einen Teil der Energie als Wärme. Beide Effekte zusammen ergeben den Unterschied zwischen aufgedruckter mAh-Zahl und dem, was ein USB-Messgerät am Ausgang zeigt.
Wie groß dieser Unterschied typischerweise ausfällt, lässt sich nicht pauschal auf eine einzelne Prozentzahl festlegen. Zwei unabhängig voneinander recherchierte Quellen nennen für die Spannungswandlung bei Powerbanks einen Wirkungsgrad von etwa 70 bis 90 Prozent: Anker beschreibt in einem eigenen Ratgeber zum Testen der Powerbank-Kapazität die Spannungswandlung von rund 3,7 V auf 5 V als Hauptursache des Kapazitätsverlusts. Die technische Vergleichsseite Power Bank Tests rechnet in einem Beispiel mit einem End-zu-End-Wirkungsgrad von 85 Prozent vor (eine 10.000-mAh-Bank liefert demnach rechnerisch rund 6.300 mAh nutzbar bei 5 V) und nennt 82 bis 90 Prozent als Richtwert für Powerbanks mit solider Verarbeitung. Beide Angaben sind allgemeine Richtwerte, keine Messung eines konkreten Produkts – der tatsächliche Wirkungsgrad hängt vom jeweiligen Modell, der Last und weiteren Faktoren ab.
Der Powerbank-Rechner von EinfachGadgets rechnet genau mit dieser Wirkungsgrad-Spanne (70 bis 90 Prozent) und zeigt Ergebnisse deshalb bewusst als Bereich statt als scheingenaue Einzelzahl. Was mAh, Ah, Wh und Zellspannung im Einzelnen bedeuten und wie sie zusammenhängen, erklärt ausführlicher Powerbank erklärt: Kapazität, mAh, Schnellladen und Flugzeugregeln.
Berechnung ist keine Messung
Sowohl die 70-90-Prozent-Spanne als auch das Ergebnis des Powerbank-Rechners sind Berechnungen auf Basis recherchierter Richtwerte – keine eigene Messung an einem konkreten Gerät. Eine Berechnung kann eine realistische Größenordnung liefern, ersetzt aber nicht das tatsächliche Nachmessen an der eigenen Powerbank: Nur eine eigene Messung zeigt, wie sich ein konkretes Modell unter realen Bedingungen tatsächlich verhält.
Worauf es bei einem USB-Messgerät für die Kapazität ankommt
Nicht jedes USB-Messgerät eignet sich, um die Kapazität einer Powerbank zu ermitteln. Diese Punkte entscheiden, ob es für den Zweck taugt:
- Zähler für Energie oder Kapazität: Das Gerät muss die entnommene Energie über die Zeit aufsummieren, in Wh oder mAh. Zeigt es nur Spannung und Strom im Moment an, musst du den Verlauf selbst mitschreiben.
- Passender Anschluss: Der Anschluss muss zum Ausgang der Powerbank passen (USB-A oder USB-C), sonst brauchst du einen Adapter.
- Messbereich: Spannung und Strom, die die Powerbank am Ausgang abgibt, müssen im Messbereich des Geräts liegen. Die Werte stehen im Datenblatt der Powerbank.
- Speicherung bei Unterbrechung: Eine Entladung dauert oft mehrere Stunden. Bleiben die Zählerstände erhalten, wenn die Powerbank abschaltet oder das Kabel getrennt wird, gehen keine Messwerte verloren.
- Angabe zur Messgenauigkeit: Eine Messung ist nur so aussagekräftig wie das Gerät genau ist. Ohne Genauigkeitsangabe oder unabhängigen Test bleibt eine Restunsicherheit, die du nicht beziffern kannst.
Beispiel: YEREADW USB Tester (ungetestet)
Der YEREADW USB Tester ist das Gerät, das wir für unsere Messreihe ins Auge gefasst haben. Die folgende Übersicht gibt ausschließlich die Angaben des Verkäufers im Amazon.de-Angebot wieder. Wir haben das Gerät nicht in der Hand gehabt und können keine dieser Angaben bestätigen.
| Angabe laut Verkäufer | Bedeutung für die Kapazitätsmessung |
|---|---|
| Messbereich 3,6 bis 32 V und 0 bis 8,0 A | Deckt Ausgänge ab, sofern die Powerbank innerhalb dieser Werte bleibt |
| Anzeige von Spannung, Strom, Leistung, Kapazität und Energie | Ein Zähler für die abgegebene Energie ist laut Angebot vorhanden |
| PD3.0/2.0, QC3.0/2.0, BC1.2, Anschlüsse für USB-A und USB-C | Passt zu vielen Powerbank-Ausgängen, prüfe deinen konkreten Ausgang |
| Datenspeicherung bei Stromausfall | Kann bei langen Entladungen relevant sein |
| Keine Angabe zur Messgenauigkeit | Offener Punkt, den wir ohne Vergleichsmessung nicht bewerten können |
Der Verkäufer beschreibt zwei Wege, die Kapazität einer Powerbank zu prüfen: mit einer definierten Last entladen und den Zähler ablesen, oder rechnen, also die angezeigten Wh durch die Batteriespannung teilen (sein Beispiel: 35 Wh ÷ 3,7 V ≈ 9,46 Ah). Das entspricht der Erklärung oben: Die belastbare Größe ist die abgegebene Energie in Wh, die mAh-Zahl hängt von der gewählten Bezugsspannung ab.
Zur Testlage: Einen unabhängigen Test genau dieses Modells haben wir nicht gefunden. Ein Praxisbericht von TechTaste (März 2025) betrifft das Schwestermodell KWS-2303C mit einem anderen Messbereich (4 bis 30 V, 0 bis 12 A). Er nennt vor allem die Herstellerspezifikation, darunter eine Genauigkeit von ± (1 % + 5), und ein Praxisbeispiel, aber keine Vergleichsmessung gegen ein Referenzgerät. Für den hier verlinkten Tester ist das kein Nachweis. Kundenbewertungen bei Amazon zählen wir nicht als Test.
Eigene Messung: noch nicht durchgeführt
Eine eigene Messreihe mit einem USB-Messgerät an mehreren tatsächlich eingesetzten Powerbanks ist bei EinfachGadgets bisher nicht durchgeführt worden – dieser Artikel beschreibt deshalb bewusst nur die Methodik und die oben genannten externen Richtwerte, keine eigenen Messergebnisse. So planen wir die Messreihe:
- Powerbank vollständig laden.
- Das USB-Messgerät zwischen Ausgang der Powerbank und Last schalten.
- Mit einer definierten, gleichbleibenden Last bis zur Abschaltung der Powerbank entladen.
- Die abgegebene Energie in Wh und die mAh-Anzeige ablesen und mit der aufgedruckten Angabe vergleichen.
- Den Ablauf bei mehreren Lastströmen wiederholen.
Sobald eine solche Messung tatsächlich stattgefunden hat, ergänzen wir diesen Artikel um die eigenen Werte, klar gekennzeichnet und getrennt von den hier genannten externen Richtwerten. Das Messgerät dafür haben wir noch nicht, empfohlen wurde uns der oben aufgeführte YEREADW USB Tester aus dem Bekanntenkreis.



