Hinweis: Wir haben den Aqara FP300 noch nicht selbst getestet. Ein Praxistest mit Home Assistant ist geplant, einen Termin gibt es noch nicht. Diese Seite wird danach um unsere Ergebnisse erweitert.
Der Aqara FP300 kombiniert Präsenzerkennung mit zusätzlichen Umweltsensoren und läuft ohne Kabel mit Batterie. Laut Aqara arbeitet er mit einem 60-GHz-mmWave-Radar und PIR und misst zusätzlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit.
Der Aqara FP1E verfolgt einen anderen Ansatz: Er wird per USB versorgt, nennt Zigbee als Funkstandard und führt auf den Aqara-Seiten keine zusätzlichen Umweltsensoren auf. Er kann interessant sein, wenn nur Präsenz gebraucht wird und am Montageort Strom vorhanden ist.
Die Angaben unten stammen von Aqara, aus Dokumentationen oder sind als Community-Bericht gekennzeichnet.
Was ist der Aqara FP300?
Der FP300 ist ein Präsenz-Multisensor von Aqara. Er wird mit zwei CR2450-Knopfzellen betrieben und erfasst laut Aqara bis zu 6 Meter weit bei einem Sichtfeld von 120°. Ein Gerät liefert damit mehrere Werte: ob jemand im Raum ist, ob es Bewegung gab, wie hell es ist und wie warm und feucht die Luft am Montageort ist.
Aqara FP300 oder FP1E: Was ist der Unterschied?
Beide Sensoren erkennen Anwesenheit per mmWave und wirken deshalb ähnlich. Laut Aqara unterscheiden sie sich bei Stromversorgung, Funkprotokollen und Zusatzsensoren.
- Der FP300 passt eher, wenn kabellose Montage wichtig ist oder Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit im selben Gerät mitkommen sollen. Er kann Zigbee oder Thread. Dafür braucht er Batterien.
- Der FP1E passt eher, wenn nur Anwesenheit gebraucht wird und am Montageort ein USB-Netzteil möglich ist. Ein Batteriewechsel entfällt, dafür ist ein Kabel nötig. Aqara nennt Zigbee und Matter über eine Bridge.
Welcher Sensor Anwesenheit besser erkennt, lässt sich aus den Herstellerangaben nicht ableiten.
| Merkmal | FP300 | FP1E |
|---|---|---|
| Präsenzerkennung | bewegte und ruhende Personen (Aqara) | bewegte und ruhende Personen (Aqara) |
| mmWave | 60 GHz | 60–61 GHz |
| PIR | ja, Dual-PIR | auf den geprüften Aqara-Seiten nicht genannt |
| Temperatur | ja | auf den geprüften Aqara-Seiten nicht genannt |
| Luftfeuchtigkeit | ja | auf den geprüften Aqara-Seiten nicht genannt |
| Helligkeit | ja | auf den geprüften Aqara-Seiten nicht genannt |
| Zigbee | ja | ja |
| Thread | ja | auf den geprüften Aqara-Seiten nicht genannt |
| Matter | über Thread oder über Zigbee mit Aqara-Matter-Hub | „Matter over Bridge“ laut Aqara |
| Stromversorgung | 2 × CR2450, Batterie | USB-A, 5 V / 1 A |
| Erfassungsreichweite | bis 6 m, Sichtfeld 120° | auf den geprüften Aqara-Seiten nicht angegeben |
| Zentrale nach Aqara | Zigbee: Aqara Hub, Thread: Matter-Controller | Zigbee-Hub |
| Abmessungen | 42 × 42 × 50 mm | 57 × 50 × 37 mm |
| Betriebstemperatur | −10 bis 50 °C | −10 bis 40 °C |
| Besonderheiten | Multisensor, Zigbee oder Thread wählbar, drehbarer Sockel | 360°-drehbarer Sensorkopf, Magnethalterung und Aufkleber im Lieferumfang |
„Nicht genannt“ heißt nicht, dass der FP1E eine Funktion sicher nicht hat, sondern nur, dass Aqara sie auf den geprüften Produkt- und Spezifikationsseiten nicht aufführt.
Zum FP2, dem dritten mmWave-Modell von Aqara: Er hängt laut Aqara dauerhaft an USB-C, wird per Wi-Fi angebunden und nennt bis zu 30 Zonen, bis zu 5 Personen und bis zu 40 m². Zonen sind damit ein Merkmal des FP2. Ob FP300 oder FP1E Zonen abbilden können, geht aus den Herstellerangaben nicht hervor.
Präsenz statt Bewegung: mmWave und PIR
Ein klassischer PIR-Bewegungsmelder reagiert auf Wärmestrahlung in Bewegung. Wer ruhig sitzt, wird davon unter Umständen nicht mehr erfasst, und das Licht geht aus, obwohl noch jemand am Schreibtisch sitzt.
Ein mmWave-Radar sendet hochfrequente Funkwellen aus und wertet aus, was zurückkommt. Laut Aqara erkennt der FP300 damit Präsenz mit und ohne Bewegung; die beiden PIR-Sensoren ergänzen den Radar. Aqara wirbt außerdem mit einer KI-gestützten Erkennung, die die Empfindlichkeit automatisch anpasst. Das sind Herstellerangaben. Wie gut die Erkennung im Alltag arbeitet, muss ein Test zeigen.
Zigbee, Thread und Matter
Der FP300 arbeitet laut Aqara entweder im Zigbee- oder im Thread-Modus. Im Thread-Modus ist er Matter-kompatibel. Bluetooth ist ebenfalls an Bord; Aqaras Home-Assistant-Anleitung verlangt für die Einrichtung ein Smartphone mit Bluetooth.
- Batterielaufzeit: bis zu 3 Jahre im Zigbee-Modus, bis zu 2 Jahre im Thread-Modus. Die Werte gelten für rund 240 tägliche Datenpunkte, also etwa vier Stunden Präsenz plus Licht-, Temperatur- und Feuchtewerte.
- Zentrale nach Aqara: Im Zigbee-Modus nennt Aqara für das eigene Ökosystem einen Aqara Hub, im Thread-Modus einen Matter-Controller.
- Moduswechsel: Der Wechsel von Thread zu Zigbee erfordert laut Zigbee2MQTT-Dokumentation einen vollständigen Werksreset (zehnmal kurz die Reset-Taste) und ein erneutes Anlernen.
Wer schon ein Zigbee-Netz mit Home-Assistant-Koordinator betreibt, findet die Grundlagen in Home Assistant Connect ZBT 1 und ZBT 2.
Aqara FP300 mit Home Assistant
Offiziell dokumentiert ist bei Aqara der Weg über Matter. Zigbee2MQTT bietet laut Dokumentation mehr Einstellungen. Für ZHA gibt es nur Community-Berichte.
Aqara: Matter über Thread oder Bridge
Die Anleitung im Aqara Help Center (Stand 13. August 2026) beschreibt zwei Wege:
- Matter über Thread: Der FP300 wird direkt per Thread mit Home Assistant verbunden.
- Matter über Bridge: Der FP300 läuft im Zigbee-Modus an einem Aqara-Matter-Hub, der als Bridge in Home Assistant eingebunden wird. Aqara empfiehlt dafür besonders den Hub M3.
Beide Wege setzen die aktuelle Home-Assistant-Version, die Matter-Integration und einen Thread Border Router voraus, dazu die Aqara-Home-App und ein Smartphone mit Bluetooth. Wird das Gerät ohne vorherige Konfiguration in der Aqara-App direkt per Matter-Code hinzugefügt, stehen laut Aqara nur Grundfunktionen zur Verfügung.
Zigbee2MQTT: viele Einstellungen
Die Zigbee2MQTT-Dokumentation, ein Community-Projekt und kein Aqara-Angebot, führt den FP300 als unterstützt, mit OTA-Updates. Sie nennt unter anderem:
- Präsenz und PIR-Bewegung, dazu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, Batteriestatus und Batteriespannung
- Empfindlichkeit (niedrig, mittel, hoch)
- Abwesenheitsverzögerung von 1 bis 300 Sekunden
- PIR-Erkennungsintervall von 2 bis 300 Sekunden
- Erkennungsmodus: mmWave, PIR oder beides
- Erfassungsbereich in 0,25-m-Schritten bis 6 Meter
- Nachtmodus für die LED mit Zeitplan
ZHA: Community-Berichte
In einer Home-Assistant-Diskussion berichteten Nutzer im Frühjahr 2026, der FP300 funktioniere in ZHA nur eingeschränkt, Zonen fehlten. Die Diskussion verweist auf einen Pull Request im zha-device-handlers-Repository. Ob sich der Stand geändert hat, ist offen. Wer ZHA nutzt, sollte die aktuelle Unterstützung vor dem Kauf nachsehen.
Aqara FP1E in Home Assistant
- Aqara: Die Produktseite nennt „Zigbee with Matter over Bridge Support“. Eine eigene Home-Assistant-Anleitung zum FP1E gibt es auf den geprüften Aqara-Seiten nicht.
- Zigbee2MQTT: Die Dokumentation führt den FP1E als unterstützt und nennt Präsenz, Bewegung, Zielabstand, Gerätetemperatur und Stromausfallzähler, außerdem Empfindlichkeit, einen einstellbaren Erfassungsbereich von 0 bis 6 m und KI-Optionen zur Störquellen-Erkennung. Beleuchtungsstärke und Batteriestatus gibt es dort nicht.
- ZHA: Zum FP1E liegt uns keine belastbare Quelle vor.
Welche Automationen sind denkbar?
Die Ideen ergeben sich aus den Sensorwerten und sind keine getesteten Automationen:
- Licht: Einschalten bei Präsenz und geringer Helligkeit, Ausschalten nach einer Abwesenheitsverzögerung.
- Lüften und Entfeuchten: Präsenz kann zusammen mit Feuchtewerten eine Bedingung sein, etwa für die Lüftungsempfehlung im Artikel Lüften mit Home Assistant. Ob die Feuchtewerte des FP300 für Raumklima-Entscheidungen taugen, ist offen. Wie stark der Standort den Messwert beeinflusst, erklärt Hygrometer richtig aufstellen.
- Fensterkontakt kombinieren: Präsenz und Fensterzustand lassen sich in einer Automation verbinden, etwa mit dem Aqara Tür- und Fenstersensor.
Was der geplante Praxistest klären soll
Diese Fragen können nur ein eigener Test beantworten:
- Erkennung: Reaktionszeit, still sitzende oder liegende Personen, Zeit bis zur Abwesenheitsmeldung, Fehlauslösungen durch Haustiere, Ventilatoren oder Heizkörper und das Zusammenspiel von PIR und mmWave
- Home Assistant in der Praxis: Einrichtung in Zigbee und Thread/Matter und welche Entitäten tatsächlich erscheinen
- Zusatzwerte: Qualität von Temperatur-, Feuchte- und Helligkeitsmessung
- Batterielaufzeit im Alltag: einschließlich des Einflusses der Einstellungen
- Unterschiede zum FP1E im Alltag: Den FP1E haben wir nicht getestet, alle Aussagen zu ihm beruhen auf Herstellerangaben und Dokumentation.
Die Ergebnisse ergänzen wir auf dieser Seite.
Fazit: Für wen der FP300 auf dem Papier interessant ist
Auf dem Papier ist der FP300 vor allem für alle interessant, die einen flexibel platzierbaren Präsenzsensor mit zusätzlichen Umweltdaten suchen. Wer nur Anwesenheit erkennen möchte und am Montageort Strom hat, sollte zusätzlich den FP1E prüfen. Sind einzelne Erfassungszonen wichtig, nennt Aqara dafür den FP2. Ob der FP300 im Alltag überzeugt, zeigt erst unser Test.
Häufige Fragen zum Aqara FP300
Was ist der Aqara FP300?
Laut Aqara ein batteriebetriebener Präsenz-Multisensor, der einen 60-GHz-mmWave-Radar und Dual-PIR mit Temperatur-, Luftfeuchtigkeits- und Lichtsensor kombiniert.
Was ist der Unterschied zwischen Aqara FP300 und FP1E?
Laut Aqara nutzen beide mmWave zur Präsenzerkennung. Der FP300 läuft mit zwei CR2450-Batterien, kann Zigbee oder Thread und misst zusätzlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Helligkeit. Der FP1E wird per USB-A versorgt und nennt Zigbee; Zusatzsensoren führt Aqara dort nicht auf.
Hat der Aqara FP1E Temperatur- und Feuchtesensoren?
Auf den geprüften Aqara-Seiten zum FP1E werden weder Temperatur- noch Feuchte- oder Helligkeitssensoren genannt. Die Zigbee2MQTT-Dokumentation listet für den FP1E nur eine Gerätetemperatur, keine Raumwerte.
Ist der Aqara FP300 Zigbee oder Thread?
Beides ist laut Aqara vorgesehen. Das Gerät arbeitet entweder im Zigbee- oder im Thread-Modus; über Thread ist es Matter-kompatibel. Ein Wechsel des Modus verlangt laut Zigbee2MQTT-Dokumentation ein Zurücksetzen und erneutes Anlernen.
Ist der Aqara FP300 mit Home Assistant kompatibel?
Aqara dokumentiert die Einbindung per Matter, direkt über Thread oder über einen Aqara-Matter-Hub. Zigbee2MQTT führt das Gerät als unterstützt. Für ZHA berichteten Nutzer 2026 von eingeschränkter Unterstützung; der aktuelle Stand ist offen.
Braucht der FP300 einen Aqara Hub?
Für das Aqara-eigene Ökosystem im Zigbee-Modus nennt Aqara einen Aqara Hub. Die Zigbee2MQTT-Dokumentation beschreibt dagegen die Nutzung über einen eigenen Zigbee-Koordinator. Aqaras Home-Assistant-Anleitung nennt für die Matter-Einbindung außerdem die Aqara-Home-App und einen Thread Border Router.
Was ist der Unterschied zwischen mmWave und PIR?
Ein PIR-Sensor reagiert auf Wärmestrahlung in Bewegung. Ein mmWave-Radar wertet reflektierte Funkwellen aus und soll laut Hersteller auch Personen erfassen, die sich kaum bewegen. Wie gut das in einem konkreten Raum gelingt, hängt von Montage, Einstellung und Umgebung ab.
Wie lange hält die Batterie des FP300?
Aqara nennt bis zu 3 Jahre im Zigbee-Modus und bis zu 2 Jahre im Thread-Modus, gerechnet mit rund 240 täglichen Datenpunkten. Die tatsächliche Laufzeit hängt von der Nutzung ab.



