Warum ist die reale Laufzeit kürzer als die theoretische?
Die theoretische Laufzeit (Kapazität ÷ Leistung) geht von einer verlustfreien Umwandlung aus. Die gibt es in der Praxis nicht. Mehrere Faktoren sorgen dafür, dass eine Powerstation ein Gerät kürzer versorgt, als die reine Rechnung vermuten lässt:
- Wechselrichterverluste: Am 230-V-Ausgang wandelt die Powerstation Gleichspannung aus dem Akku in Wechselspannung um, dabei geht ein Teil der Energie als Wärme verloren.
- Eigene Elektronik: Display, Lüfter, Bluetooth/WLAN und das Batteriemanagementsystem verbrauchen selbst Energie, unabhängig vom angeschlossenen Gerät.
- Temperatur: Sehr kalte oder sehr warme Umgebungen können die nutzbare Akkukapazität zusätzlich verringern.
- Geräteverhalten: Manche Verbraucher (z. B. Kompressor-Kühlboxen) ziehen keine konstante Leistung, sondern takten ein und aus: Die hier eingegebene Watt-Zahl ist dann nur ein Durchschnittswert.
- Herstellerreserven: Viele Powerstations geben ihre Kapazität nicht bis auf 0 % frei, sondern behalten eine kleine Reserve zum Schutz des Akkus.
Beispielrechnung
512 Wh Kapazität und 45 W Leistungsaufnahme ergeben theoretisch rund 11,4 Stunden. Mit dem oben angenommenen Schätzfaktor für nutzbare Energie über AC von 85 % bis 90 % landet die realistische Schätzung bei etwa 9,7 bis 10,2 Stunden. Probier es mit deinen eigenen Werten oben direkt aus.
Eine ausführliche Erklärung von Watt, Wh und der Laufzeit-Formel findest du in Powerstation erklärt: Watt, Wh, Laufzeit und Solar richtig verstehen. Wann sich überhaupt eine Mini-Powerstation gegenüber einer Powerbank lohnt, ordnet Mini-Powerstation fürs Camping: Wann lohnt sie sich? ein.